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Kapitel 21 Arzneimittel und Nierenerkrankungen

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  • Arzneimittel und Nierenerkrankungen

Häufig rufen bestimmte Medikamente Schäden an den Nieren hervor.

Warum reagieren die Nieren so empfindlich auf Arzneimittel im Vergleich zu anderen Organen des Körpers?

Die zwei wichtigsten Ursachen hierfür sind:

  1. Ausscheidung der Medikamente über die Niere: Die Niere ist ein Organ, welches wesentlich an der Ausscheidung von Medikamenten und deren Abbauprodukten beteiligt ist. Während der Arzneimittelausscheidung entstehen aus dem eigentlichen Medikament weitere Abbauprodukte bzw. neue Substanzen, die den Nieren Schäden zufügen können.
  2. Starke Durchblutung der Nieren: In jeder Minute fließen 20% des gesamten Blutvolumens durch die Nieren. Das entspricht etwa 1200 ml Blut pro Minute. Von allen Organen unseres Körpers bekommen die Nieren das meiste Blutvolumen bezogen auf ihr Organgewicht. Aufgrund der sehr hohen Durchblutungsrate der Nieren, werden hier in kürzester Zeit größere Mengen von gegebenenfalls nierentoxischen Medikamenten und ihren Abbauprodukten angespült, was letztendlich das Nierengewebe beschädigen kann.

Häufige nierentoxischen Medikamente

1. Schmerzmittel

Für Glieder-, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie Fieber stehen verschiedenste freiverkäufliche Medikamente zur Auswahl, die ohne ärztliche Verschreibung eingenommen werden. Aber es sind vor allem diese Arzneimittel, die langfristig zu Nierenschäden führen.

Am Häufigsten werden Schäden an den Nieren durch Schmerzmittel verursacht.

Was sind “NSAR”? Welche Medikamente gehören zu dieser Arzneimittelgruppe?

Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) sind Medikamente, die häufig zur Behandlung von Schmerzen, Fieber und zur Entzündungshemmung eingesetzt werden. Zu dieser Arzneimittelgruppe gehören u.a.: Aspirin, Diclofenac, Ibuprofen, Indomethacin, Ketoprofen, Nimesulid und Naproxen.

Verursachen NSAR Schäden an den Nieren?

Im Grunde geht keine Gefahr von NSAR aus, sofern die Einnahme in der angemessenen Dosis und unter Aufsicht eines Arztes erfolgt. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass die Gruppe der nicht- steroidalen Antirheumatika auf der Liste der nierentoxischen Medikamente auf Platz 2 rangiert.

Wann rufen NASR Schäden an den Nieren hervor?

Das Risiko für NASR induzierte Nierenschäden ist hoch, wenn:

  • die Einnahme von NSAR in hohen Dosen über einen längeren Zeitraum ohne Empfehlung des Arztes eingenommen werden.
  • über einen längeren Zeitraum ein Präparat eingenommen wird, welches in sich mehrere Medikamente kombiniert (z.B. APC Tabletten beinhalten Aspirin, Paracetamol und Koffein).
  • NSAR von Personen im fortgeschrittenen Alter bzw. von Patienten, die an Diabetes oder Nierenversagen leiden, eingenommen werden. Auch im dehydrierten Zustand sollte auf die Einnahme von NASR verzichtet werden.

Welche Schmerzmittel können auch von Patienten mit einer Nierenerkrankung eingenommen werden?

Paracetamol (Acetaminophen) stellt hier eine sichere Variante da.

Selbstmedikation mit Schmerzmitteln ist nicht zu empfehlen.

Viele Herzpatienten bekommen lebenslänglich Aspirin verschrieben. Führt das zu einer Schädigung des Nierengewebes?

Da diesen Patienten in der Regel nur niedrige Dosen von Aspirin verschrieben werden, gibt es hier keine Bedenken.

Sind Schäden an der Niere, die durch die Einnahme von NSAR hervorgerufen wurden, reversibel?

Diese Frage kann sowohl mit “ja”, als auch mit “nein” beantwortet werden.

Liegt eine akute Nierenschädigung infolge der Einnahme von NSAR über einen kurzen Zeitraum vor, kann diese Frage mit “Ja” beantwortet werden. In dem Fall wird die Behandlung mit NSAR abgebrochen und eine andere Therapie begonnen.

Irreversible Schäden treten vor allem auf, wenn hohe Dosen NSAR über einen langen Zeitraum (viele Jahre) kontinuierlich eingenommen worden sind, wie es z.B. bei vielen älteren Patienten mit Gelenkbeschwerden der Fall ist. Infolgedessen entwickeln sich langsam, aber stetig, zunehmende Schäden an den Nieren. Ältere Patienten, die jedoch hohe Dosen an NSAR benötigen und sie über viele Jahre hinweg einnehmen müssen, sollten dies unter Empfehlung und Aufsicht eines Arztes machen.

Wie können sich langsam entwickelnde Nierenschäden infolge einer langjährigen NSAR Einnahme frühzeitig diagnostiziert werden?

Der Nachweis von Eiweißen im Urin ist der erste und auch einzige Hinweis auf eine mögliche Schädigung der Nieren aufgrund einer langjährigen NSAR Einnahme. Nimmt die Nierenfunktion zunehmend ab, steigt im Gegenzug der Kreatinin-Spiegel im Blut.

Insbesondere Patienten mit Diabetes oder Nierenversagen haben ein erhöhtes Risiko für Arzneimittel induzierte Nierenschäden. Das Gleiche gilt für dehydrierte und ältere Personen.

Wie kann im Rahmen einer Schmerzmittelbehandlung eine Beschädigung des Nierengewebes vorgebeugt werden?

Einfache Maßnahmen hierfür sind:

  • Bei Hochrisikopatienten sollte die Gabe von NSAR vermieden werden.
  • Die willkürliche Einnahme von Schmerzmitteln, insbesondere von den Freiverkäuflichen, sollte vermieden werden.
  • Wenn die Gabe von NSAR über einen längeren Zeitraum erforderlich ist, sollte dies strikt unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.
  • Die Dosis und Therapiedauer sollten begrenzt sein und so niedrig wie möglich gehalten werden.
  • Die Kombination von verschiedenen Schmerzmitteln über einen längeren Zeitraum sollte vermieden werden.
  • Täglich sollten ausreichend getrunken werden. Eine regelmäßige Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, um die ordnungsgemäße Blutversorgung der Nieren zu erhalten und Schäden an den Nieren zu vermeiden.

2. Aminoglykoside

Aminoglykoside sind eine Gruppe von Antibiotika. Sie verursachen am Häufigsten Schäden an den Nieren. Diese treten in der Regel 7-10 Tage nach Therapiebeginn auf. Diese Problematik bleibt jedoch oft unerkannt, weil die Urinmenge unverändert bleibt.

Das Risiko, dass Aminoglykoside Nierenschäden hervorrufen, ist erhöht bei: Patienten im fortgeschrittenen Alter, Dehydratation, bestehenden Nierenerkrankungen, Kalium - oder Magnesiummangel, Gabe hoher Dosen über einen längeren Zeitraum, Kombination mit anderen Medikamenten, die Schäden an den Nieren hervorrufen können; Sepsis, Lebererkrankungen oder Herzinsuffizienz.

Bei Hochrisikopatienten muss die Aminoglykosidgabe mit Vorsicht erfolgen, wobei der Serumkreatinin-Spiegel regelmäßig kontrolliert werden sollte, um eine mögliche Schädigung der Nieren zu vermeiden.

Wie können Schäden an den Nieren durch Aminoglykoside verhindert werden?

Maßnahmen, die dazu beitragen, sind:

  • Vorsichtiger Einsatz von Aminoglykosiden bei Hochrisiko-Personen, wobei versucht werden sollte, Risikofaktoren zu minimieren bzw. zu beheben.
  • Die benötigte Dosis an Aminoglykosiden sollte einmal täglich im Ganzen eingenommen werden, anstelle sie über den Tag verteilt einzunehmen.
  • Die Dosis und Therapiedauer mit Aminoglykosiden sollte optimal an den Patienten angepasst sein.
  • Bei bereits bestehenden Nierenproblematiken muss die Dosis des Medikaments angepasst werden.
  • Im Zwei-Tage Rhythmus sollte der Serum-Kreatinin-Wert bestimmt werden, umso mögliche Nierenschäden frühzeitig erkennen zu können.

3. Kontrastmittel

Kontrastmittel induzieren oft Nierenschäden. Sie stellen eine häufige Ursache für akutes Nierenversagen von hospitalisierten Patienten dar, wobei diese Schädigung in der Regel reversibel ist.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Kontrastmittelgabe zu einer Schädigung der Nieren führt, ist erhöht, wenn Patienten gleichzeitig von Diabetes, Herzinsuffizienz oder bereits bestehenden Nierenproblemen betroffen sind. Weiterhin ist das Risiko erhöht, wenn der Patient sich in einem dehydrierten Zustand befindet oder zeitgleich weitere nierentoxische Medikamente einnimmt.

Es ist ein Irrglaube, dass alle pflanzlichen Arzneimittel unbedenklich für die Nieren sind.

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die den Patienten vor Kontrastmittel induzierten Nierenschäden schützen. Hierbei ist vor allem wichtig, dass so wenig wie möglich an Kontrastmittel verabreicht wird. Außerdem sollten nur nichtionische Kontrastmittel verwendet werden und über die Gabe von Infusionen muss eine ausreichende Hydrierung des Patienten gewährleistet werden.

4. Weitere Arzneimittel

Andere Medikamente, die die Nieren schädigen können, sind andere spezifische Antibiotikaklassen bzw. Medikamente, die im Rahmen der Tumor- und Tuberkulosebehandlung Anwendung finden.

5. Alternative Medizin

  • Der Volksglaube, dass alle pflanzlichen Arzneimittel (Ayurvedische Medikamente, chinesische Kräuter etc.) sowie Nahrungsergänzungsmittel unbedenklich sind, ist falsch.
  • Bestimmte Arzneimittel dieser Art enthalten Schwermetalle und giftige Substanzen, die wiederum Schäden an den Nieren hervorrufen können.
  • Insbesondere Patienten, die von einem Nierenversagen betroffen sind, sollten mit solchen Medikamenten vorsichtig umgehen, da ihre Einnahme für sie gefährlich werden kann.
  • Medikamente, die einen sehr hohen Kaliumgehalt aufweisen, können für Patienten mit einem Nierenversagen tödlich sein.
wikipedia
Indian Society of Nephrology
nkf
kidneyindia
magyar nephrological tarsasag